Das FSJ im Sport – eine Erfahrung fürs Leben

Erlebe auch du die Erfahrung fürs Leben und absolviere ein FSJ im Sport.

Mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) verbinden viele noch immer lediglich Tätigkeiten in der Altenpflege, in Krankenhäusern oder Kindergärten. Dabei sind die Einsatzbereiche für FSJler weitaus breiter aufgestellt. So kann der freiwillige Dienst auch in kulturellen Einrichtungen und im Sportbereich geleistet werden.

Beim Landessportverband für das Saarland (LSVS) zeichnet Pia Seel seit fast 20 Jahren verantwortlich für Akquise und Betreuung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich für das zwölfmonatige Engagement in Sportvereinen und -verbänden entschieden haben. „Viele Jugendliche wissen nach dem Schulabschluss auch einfach noch nicht so wirklich, wohin die Reise gehen soll“, sagt Seel. „Andere möchten die Wartezeit bis zum Beginn ihres Studiums oder einer Ausbildung sinnvoll überbrücken, nur wenige gehen in das Jahr, um es ganz bewusst für spätere Tätigkeiten im Sportbereich zu nutzen.“

Pia Seel hat über die Jahre schon einige Jugendliche kommen und wieder gehen sehen, aber auch solche, die dem Sport in vielerlei Funktionen erhalten geblieben sind. Und das, obwohl sie zu Beginn ganz andere Vorstellungen von ihren beruflichen Wegen hatten. Das FSJ scheint also weitaus mehr zu sein als nur ein in der Not gewählter Umweg oder ein „Pausenfüller“.
Dabei hatten nach dem Wegfall der Wehrpflicht im Jahr 2011 viele Vereine und Verbände befürchtet, dass sie in der Zukunft kaum noch Jugendliche für sich würden gewinnen können. Im Sportbereich, zumindest beim LSVS, belegt eine von Pia Seel vorgelegte Statistik, dass das nicht der Fall war. Die Gesamtzahl der Teilnehmer im FSJ Sport ist im Jahrgang nach dem Wegfall der Wehrpflicht (2012/2013) zunächst sogar leicht gestiegen und in den Folgejahren etwa gleich geblieben. Einen spürbaren Einbruch gab es lediglich 2018/2019 im Zuge des „LSVS-Skandals“. Danach stiegen die Zahlen wieder an. Im laufenden Jahr sind es 43 Jugendliche, die über den LSVS ihr soziales Jahr leisten.

Während die jugendlichen Helfer für viele Vereine überlebenswichtig sind, erfahren sie selbst wertvolle Eindrücke, lernen ihre eigenen Stärken und Schwächen kennen und stoßen hier und da auch mal an ihre Grenzen. „Genau das ist gut und wichtig für die Jugendlichen“, sagt Pia Seel, die ein Fernstudium im psychologischen Bereich vorzuweisen hat und daher ganz genau weiß, wovon sie spricht. „Viele kommen zu uns und haben natürlich weder Erfahrungen im Berufsleben noch andere Sozialkompetenzen vorzuweisen. Das ist in diesem Alter ja auch völlig normal. Aber die Probleme gehen inzwischen sehr viel weiter.“

Viele Jugendliche seien inzwischen kaum noch in der Lage, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren. Andere hätten die Fähigkeit verloren, ein schlichtes Telefonat zu führen, zum Beispiel bei Krankheit zum Hörer zu greifen und sich zu entschuldigen, Termine zu vereinbaren oder im Notfall auch mal abzusagen. „Im privaten Leben haben sie sich diese Dinge abgewöhnt. Hier sind dann unsere Anleiter gefragt, die in Schulungen und Einzelgesprächen punktgenau beraten und betreuen.“

Allein gelassen wird also niemand und eine persönliche Weiterentwicklung ist bei jedem Teilnehmer garantiert. Nicht von ungefähr sind viele der ehemaligen FSJler dem Sport oder dem LSVS direkt erhalten geblieben und inzwischen selbst als Anleiter tätig. Das FSJ kann also weitaus mehr sein als nur ein Umweg.

Weitere Informationen zum FSJ im Sport können hier nachgelesen werden.